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Archivmeldung vom 21.02.2018
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Re-Use und Recycling

DesignerInnen und sozialökonomische Betriebe zeigen, wie man ausgedienten Gegenständen neues Leben einhaucht.

Couchtisch aus Waschmaschinentrommel
(c) TrashDesign

Auf europäischer Ebene wurden die Bestrebungen nach Wiederverwendung und Recycling gesetzlich festgehalten. Für die Mitgliedsländer der EU heißt das, dass auch sie verpflichtet sind, diese Bestrebungen in nationales Recht umzusetzen.

Die Novelle der EU-Abfallrahmenrichtlinie, die schon seit 2008 in Kraft ist, erweitert die bisherige dreistufige Abfallhierarchie (Vermeidung, Verwertung, Beseitigung) auf eine fünfstufige Behandlung von Abfällen, in der auch Re-Use und Recycling wichtige Bestandteile sind:

  • Vermeidung
  • Vorbereitung zur Wiederverwendung (Re-Use)
  • Recycling (Weiterverwendung und stoffliche Verwertung)
  • Sonstige Verwertung, z.B. energetische Verwertung
  • Beseitigung

 

Sowohl Recycling wie auch Re-Use bekommen für unsere Gesellschaft eine zunehmende Bedeutung: Viele Rohstoffe kommen nur begrenzt in der Natur vor. Durch die intensive Ressourcennutzung der letzten Jahrzehnte kommt es zunehmend zu einer Verknappung. Damit werden Rohstoffe auf dem Weltmarkt entsprechend teurer. Vor diesem Hintergrund müssen mittel- sowie langfristig Wege gefunden werden, wie Rohstoffe möglichst lange im Nutzungskreislauf gehalten werden können.

Recycling durch Trash-Design

Umweltstadträtin Ulli Sima bei der virtuellen Fahrt durch die Hamburger Hafencity auf einem Stadtrad.

Recycling steht für die stoffliche Verwertung von bereits genutzten Rohstoffen, Materialien oder Produkten bzw. deren Weiterverwendung.

ReDesign, Trash-Design oder Upcycling bezeichnen eine solche Weiterverwendung, bei der ausgedienten Produkten ein neues Leben eingehaucht wird. DesignerInnen und sozialökonomische Betriebe stellen dabei Schmuck und Accessoires, Möbel, Lampen und andere schöne Dinge aus alten, ausgedienten Gebrauchsgegenständen bzw. Abfallprodukten aus Industrie- und Gewerbebetrieben her. Die Palette dieser Recycling-Produkte steigt dabei stetig an. Für die KundInnen hat gerade der Charme des Gebrauchten und die Idee der Zweckentfremdung seinen Reiz: Die Trash-Design Produkte sind kreative und individuell angefertigte Stücke. Die Design-Produkte reichen dabei von Zimmerlampen aus Ampelanlagen, Bistrotischen aus Wäschetrommeln oder Umhängetaschen aus Fahrradschläuchen über Schmuck aus alten Skiern oder Nespresso-Kapseln bis hin zu stilvollen Sitzgelegenheiten aus Getränkekisten.

Als arbeitsmarktpolitisches Instrument gibt es sozialökonomische Betriebe, welche Personen dabei unterstützen, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Neben der Bereitstellung von befristeten Arbeitsplätzen, bekommen die benachteiligten Personen auch Trainingsmöglichkeiten und eine weitergehende Qualifizierung für den Arbeitsplatz. Einige Sozialökonomische Betriebe und deren kreative ReDesign Produkte möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

 

trash_design

trash-design ist eine Abteilung des Demontage- und Recycling-Zentrums (D.R.Z), eines sozialökonomischen Betriebes der Wiener Volkshochschulen GmbH. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Reintegration, Qualifizierung und Vermitttlung von Langzeitbeschäftigungslosen und Menschen mit Behinderungen.

trash_design fertigt eleganten und hochwertigen Schmuck, Möbel und Accessoires. Die Produkte bestehen hauptsächlich aus recycelten Teilen von gebrauchten Elektro- und Elektronik-Altgeräten. Jedes Stück ist Handarbeit und deshalb einzigartig.

garbarage upcycling design

gabarage upcycling design ist der Sozialökonomische Betrieb des Anton Proksch Instituts in dem ehemals suchtkranke Menschen auf den Wiedereinstieg in den Regelarbeitsmarkt vorbereitet werden. Gemeinsam mit DesignerInnen entwickeln und produzieren die MitarbeiterInnen von gabarage innovative und nachhaltige Designprodukte im Sinne des upcycling-designs. Im Zentrum dieser Designphilosophie steht das upcycling von Rest- bzw. Abfallmaterialien oder weggeworfenen Produkten. Die scheinbar wertlos gewordenen Materialien werden dabei aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgehoben und in einen neuen Designzusammenhang gestellt, der in seiner Gesamtheit eine höhere Wertigkeit besitzt als die Ausgangsmaterialien.

heidenspass

heidenspass ist ein gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen in Graz. Das Projekt bietet Jugendlichen einen unbürokratischen, ersten Zugang zum Thema Arbeit. Dabei setzt heidenspass thematisch Schwerpunkte in der Beschäftigung, die den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Jugendlichen entgegenkommen. Wichtig sind heidenspass dabei der Respekt vor den KlientInnen und ein angenehmes, produktives Arbeitsklima. Unter Verwendung weitgehend gebrauchter Materialien macht heidenspass innovative, qualitativ hochwertige Designprodukte („trash-design“). Die Produktentwicklung und Produktion erfolgt, soweit es geht, gemeinsam mit den KlientInnen. Die Produkte werden in kleinen Serien oder Einzelanfertigungen hergestellt und von heidenspass selbst oder ihren Partnern vertrieben. Die Produkte sind sehr gefragt: Das Projekt erwirtschaftet mittlerweile 20% der Kosten selbst.

Re-Use durch Reparatur

Re-Use steht für die Wiederverwendung von ausgedienten oder beschädigten Produkten, die durch Reparatur wieder funktionsfähig gemacht werden. In Wien haben sich die Mitgliedsbetriebe des Reparaturnetzwerks Wien darauf spezialisiert, Gegenstände zu reparieren und die Langlebigkeit der Produkte zu fördern. Repariert wird beinahe jedes Produkt, von der Alarmanlage bis zum Zaun. Derzeit zählt das Reparaturnetzwerk rund 80 Mitgliedsbetriebe.