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Archivmeldung vom 22.07.2009
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Trouble in Paradise

Ein spektakuläres Kunstprojekt im Tiergarten Schönbrunn thematisierte auf ungewöhnliche Weise die Bedrohung natürlicher Lebensräume.

Trouble in Paradise Ein Giftfass im Aquarium, ein versunkenes Autowrack bei den Nashörnern, eine Ölpumpe im Pinguinareal – insgesamt sechs drastische Symbole regten von Juni bis Oktober in den Gehegen des Tiergartens Schönbrunn zum Nachdenken über Umwelt- und Abfallprobleme an.

„Trouble in Paradise“ ist der Name dieses außergewöhnlichen, vom Künstlerduo Steinbrener und Dempf gestalteten Projekts, das den gewohnten Anblick in Tiergehegen für einige Zeit radikal verändert und damit die menschengemachte Zerstörung der natürlichen Lebensräume ins Blickfeld rückt. Denn Zoos zeigen normalerweise ein idealisiertes Bild von Tieren und ihrer Umgebung. Außerhalb der künstlichen und idyllischen Umgebung der Tiergärten ist der reale Lebensraum der Tiere hingegen längst durch Trouble in Paradise Klimawandel, Endlagerstätten für Müll und andere menschengemachte Einflüsse gefährdet.

Eindringlicher Hinweis auf Abfallproblematik

So macht das Aufsehen erregende Giftfass im Aquarium den fahrlässigen Umgang mit Zivilisationsmüll deutlich. Mit ein Grund für Umweltstadträtin Ulli Sima das Projekt über die Initiative „natürlich weniger Mist“ zu unterstützten. Auch Tourismus, wirtschaftliche Interessen oder Extremsport lassen den Menschen weit in die Lebensräume der Tiere vordringen und eingreifen. Das Autowrack im Nashornteich deutet auf diese Vereinnahmung der Natur durch den Menschen und die Ausweitung von Zivilisationsgrenzen hin.

Vereinnahmung der Natur durch den Menschen

Durch die Ölpumpe im Pinguinareal wird daran erinnert, wie die Suche nach Rohstoffen den natürlichen Lebensraum von Tieren beeinflusst. Gleichzeitig wird dadurch die Auswirkung der Energiegewinnung durch Erdöl auf die Umwelt und auf den Klimawandel thematisiert.

Die Geschichte der Bisons und deren beinahe vollständige Ausrottung hängen eng mit der Eroberung der nordamerikanischen Landschaft durch den Bau der Eisenbahn zusammen. «Trouble in Paradise» visualisiert dies mit Eisenbahnschienen, die sich durch das Bisongehege ziehen.

Signal an große Zahl von BesucherInnen

Da der Tiergarten Schönbrunn mit jährlich etwa 3 Millionen BesucherInnen eine der meistbesuchten touristischen Attraktionen Österreichs darstellt, bietet „Trouble in Paradise“ die einmalige Chance, einen sehr breiten Kreis an BesucherInnen – darunter auch viele ausländische TouristInnen – mit diesen hochaktuellen Fragestellungen zu konfrontieren.

Selbstverständlich wurden alle künstlerischen Interventionen auf ihre zoologische Tauglichkeit überprüft, nach strengen Vorgaben entwickelt und unterliegen in ihrem Einfluss auf die Tiere einer permanenten Kontrolle durch den Tiergarten Schönbrunn.

Renommiertes Künstlerduo

Das Künstlerduo Steinbrener/Dempf besteht aus dem Bildhauer Christoph Steinbrener und dem Fotografen Rainer Dempf, die bereits viele erfolgreiche Projekte im öffentlichen Raum präsentierten und auch für die Eröffnung des „steirischen herbst“ im Jahr 2008 verantwortlich zeichneten.