Ökologisch, fair und schick – umweltbewusste Mode

Mode muss heute nicht nur schick sein. Immer mehr Menschen haben ein ausgeprägtes Bewusstsein für Öko-Textilien. Worauf muss man beim Kleiderkauf achten?

Das Modebewusstsein in unserer Gesellschaft wächst stetig; wir kleiden uns gerne gut und suchen auch für unsere Kinder die schönsten Kleidungsstücke heraus. Shopping ist für viele Menschen ein Freizeitvergnügen und hat weniger damit zu tun, ein Kleidungsstück tatsächlich zu benötigen. Es macht Spaß, sich schön anzuziehen und sich im neuen Outfit wohl zu fühlen.
Dieser Kleidungskonsum bringt leider auch einige Umweltprobleme mit sich: Die Herstellung der Textilien ist Ressourcen- und Energieintensiv. In Produktion und Verarbeitung werden enorme Mengen an Wasser benötigt und der Einsatz von Chemikalien belastet Mensch und Umwelt.
Zum Glück gibt es mehr und mehr Initiativen, Labels und Unternehmen, die auf ökologische Alternativen in der Mode setzen!

Ökologisch, fair und chic

Das Image der Ökomode hat sich gravierend geändert: Einst dachte man dabei an den unmodischen Schlabberlook – heute tragen gerade modebewusste Menschen gerne die schicken und zum Teil individuell designten Bio-Fasern. Dieser Trend zur Öko-Mode lässt sich auch statistisch erkennen: Die globale Bio-Baumwollproduktion wuchs 2010 um 20% im Vergleich zum Vorjahr. Auf der „Wairfair 2011“, der Messe für „weltbewusste“ Mode in Linz präsentierten sich mehr als 130 Modemarken mit hohem Anspruch an Design, faire Produktionsbedingungen und ökologischen Standards.
Labels für Ökotextilien geben VerbraucherInnen Hinweise darauf, welche Kleidungsstücke zertifiziert sind und regelmäßigen Kontrollen unterliegen. DIE UMWELTBERATUNG gibt in der Broschüre „FAIR-dammt gut gekleidet“  eine ausführliche Beschreibung zu den Ökotextil-Label. Den meisten Labels geht es dabei sowohl um Umweltschutz als auch um die Einhaltung von sozialen Standards. Die bekanntesten Label für Öko-Textilien sind:

Global Organic Textile Standard
Naturtextil – Best
• Das Europäische Umweltzeichen
Öko-Tex 100
Fairtrade

Eigenmarken mit Naturtextil-Label:
PURE WEAR
Green Cotton
Lamu Lamu
Göttin des Glücks

Second Hand und Upcycling Mode

Am umweltfreundlichsten sind jene Kleidungsstücke, die lange getragen werden und für die keine neuen Fasern produziert werden müssen. In Second Hand Läden oder auf Flohmärkten finden sich oftmals sehr schicke Kleidungsstücke, die im Vergleich zur Neuware im Geschäft sehr kostengünstig sind.
Seit einigen Jahren findet auch Recycling-Mode Anklang in der Design-Szene: Aus Second Hand Kleidung stellen DesignerInnen neue, modische Fashion her. Um diese Designrichtung „en vogue“ zu machen, war „Recycling“ der Schwerpunkt des Slow-Fashion Awards 2010 http://www.slowfashion.at/. Der Slow-Fashion Award wird seit mehreren Jahren von der Initiative „natürlich weniger Mist“ unterstützt. Sein Ziel ist es, ökologische Strategien in der Textilwirtschaft bewusst zu machen.

Tipps für die Verbraucherinnen

Es lohnt sich, Kleidung guter Qualität zu kaufen: Sie bleibt länger in Form, waschen sich weniger schnell aus und können so länger getragen werden.
Möchten Sie Transportwege verringern und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, ist es sinnvoll, Textilien aus der heimischen Produktion zu kaufen. Baumwolle wächst aufgrund der klimatischen Bedingungen zwar nicht in Österreich, dafür wachsen jedoch Hanf, Flachs (für Leinen) und Wolle in unseren Breiten. Wenn alle Verarbeitungsschritte vom Anbau, über das Verspinnen zu Garn, das Weben oder Stricken, Färben oder Bedrucken bis hin zum Zuschneiden und Nähen vorrangig vor Ort vorgenommen wird, so gilt das Endprodukt als „regional“.
Egal ob Bio-Baumwolle oder herkömmliche Textilien: Waschen Sie Kleidungsstücke nach dem Neukauf mindestens einmal, bevor Sie diese tragen: gesundheitsschädliche Farben und Chemikalien waschen sich aus, das Allergierisiko wird minimiert.
Kleidungsstücke werden teilweise mit gesundheitsschädlichen, allergieauslösenden Stoffen behandelt, um eine besondere Materialeigenschaft zu erreichen. Vermeiden Sie möglichst den Kauf von Textilien, die folgende Kennzeichnungen tragen:


• antistatisch (elektronische Aufladungen verhindernd)
• bügelfrei (permanent press)
• chemisch reinigen chrash (künstliche Knitter)
• fade out (färbt aus)
• keine lokale Fleckentfernung möglich
• pflegeleicht
• separat waschen
• wash and wear (waschen und tragen)
• wash out (wäscht aus)


Second Hand Kleidung hat eine bessere Umweltbilanz als Neuware und ist durch mehrfaches Waschen hautfreundlicher. Kaufen Sie gebrauchte Kleidung, z.B.:
• in Second Hand Läden 
• auf dem Flohmarkt 

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