2003 Projektbericht: Abfallvermeidung im Bausektor

Archivmeldung vom 23.06.2010.
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Projektvergabe: INITIATIVE Abfallvermeidung in Wien, MA 48 Projektnehmer: 17&4 Organisationsberatung GmbH

Projektziel ist das kooperative Erarbeiten von Vorgaben zum Rückbau bereits in der Planung und Bauausführung. Diese Vorgaben werden als detaillierte Kriterien für die Wiener Bauträgerwettbewerbe sowie in Form eines Pflichtenheftes für die (öffentliche) Vergabe von Bau- und Planungsleistungen ausgearbeitet. So wird auf effiziente Weise eine nachhaltige Verringerung des Baurestmassenanfalls und die Vermeidung gefährlicher Stoffe im Gebäudebereich erreicht.

Das Potential ist enorm: In Wien werden pro Jahr etwa 6,9 Mill. Tonnen Baustoffe verbaut. Das gesamte "Lager" an Baustoffen beträgt 241 Mill. m³, oder 150 m³ pro Kopf. Baurestmassen, Baustellenabfälle und Bodenaushub vereinnahmen österreichweit etwa. 57 Massenprozent des Gesamtabfallaufkommens. In Wien fielen 1994 rd 5,3 Mill. t Baurestmassen an (davon 3,8 Mill. t Bodenaushub, der Rest Verbrennungsrückstände, Bauschutt, Straßenaufbruch und Baustellenabfälle). Der größte Teil dieser Massen wurde außerhalb Wiens deponiert. Da von der gesamten Menge nur 112.000 t als Altasphalt-, Frostschutz- und Künettenfüllmaterial wiederverwendet wurden, konnte das Ziel einer stofflichen Verwertung der Baurestmassen bisher nur unvollständig erreicht werden. Dagegen ist das Vermeidungspotential von zu entsorgenden Baurestmassen besonders hoch: Das Vermeidungspotential von Baurestmassen und Baustellenabfällen wird mit 5 – 10 % angegeben, das Potential zur Verwertung beträgt immerhin 80 - 90 %.

Das Projekt ermöglicht die unmittelbare Umsetzung der Ergebnisse, da diese von den wesentlichen Akteuren mitgestaltetet werden. Die Ergebnisse sollen in die Kriterien des Grundstücksbeirates des Wiener Bodenbereitstellungsfonds (WBSF) eingebaut werden. Da sich in Wien alle geförderten Bauvorhaben diesem Wettbewerb unterziehen müssen, besteht hier die Chance der raschen Wirksamkeit. Um die Wirksamkeit im Bereich der städtischen Bauten sicherzustellen, erfolgt eine laufende Abstimmung mit der Initiative ÖkoKauf der Stadt Wien.

Als begleitende Maßnahmen sind eine Beispielsammlung "Rückbaufreundliche Konstruktionen" und "Rückbau-Management" sowie begleitende Angebote zum Informations- und Erfahrungsaustausch für den Bausektor geplant.

Das Projektteam verfügt über hohe Kompetenz im Bereich Sustainable Building und Projektmanagement und bindet die betreffenden Zielgruppen auf Basis klarer Vereinbarungen in die Erarbeitung der Vorgaben ein. Die geplante Implementierung in die Kriterien des Grundstücksbeirates kann durch die Projektpartner erfolgen.

Die kooperative Entwicklung von Kriterien für nachhaltige Abfallvermeidung im Bausektor durch Einbeziehung der relevanten Interessensvertretungen lässt Innovation erwarten.

Kontakt DI Johannes Fechner 17&4 Organisationsberatung GmbH Mariahilfer Straße 89/22 A-1060 Wien Tel: 01/5811327-13, Fax: 01/5811327-18 www.17und4.at

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