2003 Projektbericht: Strategieentwicklung zur Verbreitung abfallvermeidender Produktdienstleistungssysteme im Elektr(on)ik-Bereich für Wien

Archivmeldung vom 23.06.2010.
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Inhalt und Ziele des Projektes Das Ziel dieses Projekts liegt darin, Grundlagen eines effektiven Konzepts für Wien zur Verbreitung und Umsetzung innovativer Produktentwicklungen im Elektronikbereich, insbesondere neuer, nachhaltiger Produktdienstleistungen zu erarbeiten.

Die wichtigsten Ziele sind: - Analyse der IT- und Internet-Nutzung österreichischer Haushalte und vorherrschender (nachhaltiger) Konsummuster unter Berücksichtigung vorliegender Trends - Ausarbeitung langfristiger, wirtschaftlich umsetzbarer Konzepte die zur Verbreitung von PSS beitragen (auf Grundlage von Konsumentenbedürfnisse, Zielgruppen und möglicher Bereitstellungsarten von PSS). - Analyse vorherrschender Barrieren, Hemmnisse und Risiken zur Inanspruchnahme bzw. Umsetzung von PSS auf Kunden- und Unternehmerseite und Ableitung von Maßnahmen zur Überwindung derselben. - Ausarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zur erfolgreichen Realisierung der Ziele von PSS bzw. zum erfolgreichen Umstieg von konventioneller Produkterzeugung auf PSS. - Darstellung sinnvoller Kooperationsmodelle – im theoretischen und praktischen Sinn – im Rahmen der PSS- Umsetzung - Ausarbeitung sinnvoller Tools, Methoden und Techniken zur Unterstützung der Realisierung eines Serviceprozesses. - Darstellung bereits vorhandener möglicher Ausbildungs-, Partizipations- und Informationsprogramme - Ausarbeitung einer Checkliste zur erstmaligen Umsetzung eines Produktdienstleistungssystems.

Ergebnisse Folgende Ergebnisse wurden in diesem Endbericht erarbeitet: - PSS werden trotz derzeit noch geringer Bekanntheit, weiter an Bedeutung gewinnen. Durch den Trend zu nachhaltiger Entwicklung und anhaltender Marktsättigungstendenzen werden PSS – vor allem im IKT-Sektor – als Ausweitung vorliegender Geschäftsfelder unbedingt erforderlich. - Maßgebliche Interessensgruppen zur aktiven Verbreitung des PSS-Gedankens sind Entscheidungsträger in Unternehmen, der Politik und der Bevölkerung. Um breite Akzeptanz zu erzielen und eine günstige Entwicklung einzuleiten, müssen alle Interessensgruppen eingebunden werden. Insbesondere ist bei private Anwendern eine psychologisch-soziale Hemmschwelle zu überwinden, da das „Besitzdenken“ hier noch immer dominiert. - Die Zusammenführung von Interessensgruppen liegt nicht nur im Interesse der Verbreitung von PSS, sondern soll auch im generellen Sinn eines öffentlichen Umdenkens und Bewusstwerdens des Nachhaltigkeitsgedankens eingeleitet werden. - Um PSS-Konzepte erfolgreich umzusetzen, ist eine tiefgreifende – auf allen Unternehmensebenen und – hierachien eingebettete -, umfassende und vom Nachhaltigkeitsgedanken getragene Servicephilosophie zu erarbeiten und unternehmerisch zu leben. Diese muss sowohl intern als auch extern glaubhaft kommuniziert werden. - Zur reibungslosen Abwicklung von Serviceprozessen ist die Anwendung von Realisierungs-Tools unabdingbar. - Produktionsleistungssysteme bieten die Gelegenheit des direkten Kundenkontakts und damit zur Steigerung von Kundenzufriedenheit und Kundenbindung. - Informations- und Ausbildungsprogramme sind im Umweltbereich zwar bereits vorhanden, deren weiterer Ausbau und kontinuierliche Förderung ist allerdings unabdingbar. - Ausarbeitung einer Checkliste zur erstmaligen Umsetzung eines Produktdienstleistungssystems.

Schlussfolgerungen Die Schlussfolgerungen, die sich aus diesem Endbericht ergeben, sind: - Weitere Forschungen auf dem Gebiet der PSS sind notwendig. Der Schwerpunkt sollte weg von theoretischen Analysen, hin zur Auswertung praktischer Projekte verschoben werden. Insbesondere sollten die konkrete Vorbereitung und die technisch-organisatorischen, aber auch finanziellen Voraussetzungen betont werden. - Des Weiteren sind Forschungen bezüglich der Transferlücke zwischen Umweltbewusstsein und nachhaltigem Konsumverhalten bzw. generellem Kaufverhalten vonnöten. Ausgehend von weiterführenden Erhebungen können sinnvolle Maßnahmen zur Einleitung einer kontinuierlichen Nachhaltigkeit im Verhalten gesetzt werden. - Ein weiterer Aspekt in dem besonderer Forschungsbedarf besteht, liegt in der Operationalisierung bzw. Messbarmachung des „sozialen Mehrwerts“ (Wie viel ist dem Konsumenten der soziale Mehrwert bzw. die Nachhaltigkeit eines Produktes konkret wert?) - Die Zielgruppe muss bezüglich ihrer Wünsche, der Akzeptanz einzelner Konzepte ihrer Präferenzen und Nutzungsgewohnheiten vor einer Konzept-Umsetzung eingehend befragt werden. Mehr noch als beim konventionellen Produktverkauf sind die künftigen Kunden bezüglich der generellen Vorteile von PSS und konkreter PSS-Konzepte zu informieren. Drüber hinaus sind PSS-Konzepte auf die (Dienstleistungs-) Wünsche der Nutzer abzustimmen. Die Kontaktierung eines Marktforschungs-Instituts ist in dieser Hinsicht notwendig. - Aus dem vorangehenden Punkt folgt die Konsequenz: Steigerung der Bekanntheit von PSS, Vermittlung der Vor- und Nachteile, deren Nutzen für Mensch, Umwelt und Wirtschaft, und die Chancen und Risiken die damit verbunden sind. In dieser Hinsicht ist eine Wissenstransfer zu leisten. Als Schlussfolgerung zur konkreten Umsetzung empfiehlt sich ein Sozialmarketing-Programm, im Rahmen dessen Realisierung eine (Non-Profit) Werbeagentur hilfreich sein kann. - Zur Umsetzung von PSS ist die Erarbeitung einer unternehmensumfassenden (d.h. auf allen Unternehmensebene integrierten und kommunizierten) Strategie notwenig. Dies erfordert organisationale Lern- und Entwicklungsprozesse, was die generelle Bereitschaft des Unternehmens voraussetzt. - Das Eintreten direkten Kundenkontakts ermöglicht die kontinuierliche Beobachtung des Konsumentenverhaltens. Diesbezüglich ist der unternehmensinterne Aufbau eines Wissensmanagements erforderlich, um künftige Marketing-Maßnahen explizit auf Kundenbedürfnisse abstellen zu können. - Vorhandene Informations- und Ausbildungsprogramme im Umweltbereich müssen kontinuierlich ausgebaut werden, vor allem hinsichtlich der Integration konkreter technologischer, rechtlicher, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte.

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