2016 UNITED AGAINST WASTE - Lebensmittelabfälle in der Gastronomie

Kampf den Lebensmittelabfällen in der Gastronomie! Die Initiative UNITED AGAINST WASTE untersucht die Mengen und Ursachen von Lebensmittelabfällen in heimischen Küchenbetrieben. Das Beratungsprogramm „Küchenprofi[t]“, im Rahmen des OekoBusiness Wien, unterstützt Küchenbetriebe bei der Auslotung des Einsparungspotenzials von Lebensmittelabfällen im Betrieb. 

Etwa 175.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle im Warenwert von 320 Millionen Euro werden in österreichischen Betriebskantinen, Gesundheitseinrichtungen, Hotels und Restaurants jährlich entsorgt. Dies zeigen Hochrechnungen der Initiative UNITED AGAINST WASTE (UAW), die die Mengen und Ursachen von Lebensmittelabfällen in mehr als 50 heimischen Küchenbetrieben wissenschaftlich untersucht hat.

Um Einsparmaßnahmen zu fördern, wurde auch die Position der Konsumentinnen und Konsumenten unter die Lupe genommen und eine repräsentative Meinungsumfrage für die Stadt Wien durchgeführt. Wienerinnen und Wiener wünschen sich mehr Engagement seitens der Betriebe und möchten Wahlfreiheit bei Portionsgrößen, Mitnahmemöglichkeiten für nicht aufgegessene Speisen und bedarfsorientierte Mengen bei Buffets. Die Aktivitäten wurden durch das Wiener Umweltressort von Stadträtin Ulli Sima finanziell und durch die Abteilungen MA 48 und die MA 22 als Partner unterstützt.

4,4 Tonnen Lebensmittelabfall jährlich pro Wiener Verpflegungsbetrieb

Die Stadt Wien arbeitet seit Langem an der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und unterstützt auch die Initiative United Against Waste. Der Hauptteil der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Verpflegungsbetrieben ist auf Teller- und Buffetreste sowie auf überproduzierte Speisen zurückzuführen. Hier spielen die Kundenerwartungen eine wichtige Rolle, etwa hinsichtlich der Portionsgrößen oder der Vielfalt des Angebotes. Mit den aktuellen Umfrageergebnissen erhalten die Wiener Betriebe nun ein Werkzeug, um Maßnahmen zur Abfallvermeidung gezielt in jenen Bereichen zu setzen, wo sie die Rückendeckung ihrer Gäste haben.

Gäste sind offen für Maßnahmen und schätzen Engagement gegen Lebensmittelabfall

Die Umfrageergebnisse zeigen eine positive Einstellung zu Maßnahmen, die zur Reduktion des Lebensmittelabfalls beitragen: So geben beispielsweise 83 % der Befragten an, ihre Essensreste für den späteren Verzehr mit nach Hause nehmen zu wollen, wenn diese Möglichkeit vom Betrieb aktiv angeboten und eine angemessene Verpackung zur Verfügung gestellt wird. 76 % haben Verständnis dafür, wenn in einer Kantine oder einem Betriebsrestaurant gegen Ende der Öffnungszeiten nicht mehr alle Speisen verfügbar sind. Auch bei Buffets erwarten 73 % nicht, dass alle Speisen bis zur letzten Minute angeboten werden. Darüber hinaus wünschen sich mehr als 70 % der Befragten, dass die Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Portionsgrößen, Beilagen- und Menüzusammenstellung in Verpflegungsbetrieben ausgebaut werden. Die Vermeidung von Lebensmittelabfall liegt gemeinsam mit den Aspekten Regionalität, Saisonalität und Verantwortung für die Mitarbeiter unter den meistgenannten Nachhaltigkeitsaspekten, zu denen sie sich die Wienerinnen und Wiener ein Engagement von Verpflegungs- und Tourismusbetrieben erwarten.

Knackpunkt Portionsgrößen: Wenig Problembewusstsein

Zu große Portionen sind laut Abfallanalysen eine der häufigsten Ursachen für Lebensmittelabfälle. 61% aller Wienerinnen und Wiener empfinden es nicht als unangenehm, wenn sie außer Haus essen und eine Portion bekommen, die zu groß ist, um sie aufzuessen. Außerdem gibt knapp die Hälfte aller Befragten an, dass für sie das Motto ‚Lieber zu viel am Teller als zu wenig‘ gilt – auffallend dabei ist, dass dieser Aussage vermehrt Männer und jüngere Personen zustimmen.

Küchenprofi[t] – Stadt Wien lanciert Beratungsprogramm für Küchenbetriebe

Das neue Beratungsprogramm „Küchenprofi[t]“, im Rahmen des OekoBusiness Wien, bietet Verpflegungsbetrieben, individuelle Begleitung im Sinne des Umweltschutzes und der Kostenoptimierung. Neben einer detaillierten Erhebung der Quellen und Ursachen der Lebensmittelabfälle unterstützen unabhängige und erfahrene Küchenprofis die Betriebe dabei, Arbeitsprozesse zu durchleuchten und konkrete Einsparmaßnahmen zu erarbeiten. Das Angebot steht für alle Wiener Betriebe offen und kann zu einem Selbstkostenpreis von EUR 554,- in Anspruch genommen werden. Als Entscheidungshilfe für die Beratung steht auf der Webseite von UAW ein Online-Rechner zur Verfügung, mit dem eine schnelle Einschätzung des Einsparpotenzials beim vermeidbaren Lebensmittelabfall im eigenen Betrieb eingeholt werden kann.

Über United Against Waste

UAW ist eine Initiative zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Gemeinschaftsverpflegung, Hotellerie und Gastronomie und wird von einem breiten Partnernetzwerk aus Wirtschaft, Bund, Ländern, NGOs und der Wissenschaft getragen. Das Ziel ist die Halbierung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in der in der österreichischen Außer-Haus-Verpflegung bis 2020. Im Rahmen der Initiative werden wissenschaftlich gesicherte Daten erhoben sowie praxisnahe Informations- und Serviceangebote für Betriebe entwickelt.


Mehr Informationen:

Konsumentenbefragung Detailergebnisse für Wien
Gesamte Studie (österreichweit)

Beratungsprogramm „Küchenprofi[t]“

https://united-against-waste.at/kuechenprofit

Online-Schnelltest

https://united-against-waste.at/online-schnelltest