Weniger Mist - weniger PFAS

PFAS – die „ewigen Chemikalien“ – sind überall: in Regenjacken, Pfannen, Kosmetik, Teppichen, Verpackungen und sogar im Trinkwasser.

Sie machen Produkte wasser- , fett-  und schmutzabweisend. Was auf den ersten Blick praktisch erscheint, ist auf lange Sicht problematisch. Denn PFAS bauen sich kaum ab. Sie reichern sich in Böden, Gewässern, Tieren und im menschlichen Körper an – und bleiben dort über Jahrzehnte. Abfall vermeiden heißt in vielen Fällen auch PFAS vermeiden.

PFAS werden auch Ewigkeitschemikalien genannt, weil sie aus extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen bestehen. Sie sind hitze-, wasser-  und chemikalienbeständig. Seit langem gelangen sie über Industrie, Feuerlöschschäume, Kläranlagen, Verpackungen und Textilien in die Umwelt und bleiben dort, weil sie nahezu unzerstörbar sind. Sie lagern sich in Böden ab und reichern sich in Pflanzen, Tieren und Menschen an. Studien zeigen Zusammenhänge mit erhöhtem Cholesterinspiegel, geschwächtem Immunsystem, Entwicklungsstörungen und bestimmten Krebsarten. PFAS sind also nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein Gesundheitsrisiko. Viele PFAS-Quellen lassen sich im Alltag vermeiden. „Weniger Abfälle bringt auch weniger PFAS und ein gesünderes Leben“, erklärt der Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

PFAS reduzieren - 6 Tipps:

1. Essen & kochen

PFAS gelangen über Lebensmittel und beschichtetes Kochgeschirr in unser Essen.

So geht’s PFAS-frei:

  • Bio kaufen: In der Biolandwirtschaft sind Klärschlamm und PFAS haltige Pestizide verboten.
  • Weniger tierische Produkte essen: Besonders belastet sind Innereien, Fische, Muscheln und Eier.
  • Unbeschichtetes Kochgeschirr verwenden: Edelstahl, Gusseisen, Keramik und Emaille sind langlebig und PFAS-frei.

2. Verpackungen vermeiden

Viele fett-  und wasserabweisende Papierverpackungen enthalten PFAS. Beispiele sind beschischtete Fast-Food-Kartons, Pommes-Tüten, Beutel von Mikrowellenpopcorn oder beschichtete Tiefkühlverpackungen. So geht’s PFAS-frei:

  • unverpackt einkaufen
  • Take away clever lösen: Mit mitgebrachten Behältern und Edelstahlbecher statt beschichteter Burgerboxen oder Coffee-to-go-Becher.
  • Popcorn im Topf statt in der Mikrowelle machen: Anleitung von DIE UMWELTBERATUNG
  • Tiefkühlware im Sackerl bevorzugen

3. Kosmetik

PFAS stecken in Make up, Sonnenschutz, Lotionen, Shampoos, Nagellack und sogar Zahnseide. Die gute Nachricht: Naturkosmetik ist frei davon. So geht’s PFAS-frei:

Naturkosmetik bevorzugen.

  • Kosmetik selber machen – das spart Verpackung und man weiß was drin ist.
  • auf Naturkosmetik-Labels wie Österreichisches Umweltzeichen, EU Ecolabel, NATRUE, BDIH achten
  • Apps wie ToxFox oder Scan4Chem zeigen wo PFAS drinstecken

4. Kleidung & Textilien

Fast jeder hat PFAS in Form von wasserdichter Outdoorkleidung, Ski, Schirmen, Zelten oder Sonnensegeln zu Hause. Alles wegzuwerfen, ist auch keine Lösung. Bestehende Produkte sollten lange und schonend verwendet werden, bei notwendigem Neukauf PFAS-freie Produkte wählen. So geht’s:

  • wasserdichte Kleidung nicht waschen, damit PFAS nicht ins Abwasser gelangen, sondern auslüften
  • Zelte, Jacken und Sonnensegel nach Gebrauch gut trocknen, damit sie länger halten.
  • beim Kauf von Textilien, die mit „schmutzabweisend“, „wasserdicht“ oder „ölabweisend“ werben, auf fluorfreie Alternativen achten (z. B. bluesign®, OEKO TEX® STANDARD 100).
  • Naturmaterialien bevorzugen: Wolle ist von Natur aus schmutzabweisend.
  • PFAS freie Skiwachse und Imprägniermittel kaufen

5. Einrichtung

Schmutzabweisende Teppiche und Polstermöbel sind oft mit PFAS imprägniert. Auch Imprägniermittel, Teppichschutz, Möbelbeschichtungen und Reinigungsmittel können PFAS enthalten.

So geht’s PFAS-frei:

  • Möbel gebraucht kaufen – ältere Stücke sind oft unbehandelt und außerdem vermeidet das Abfall
  • Naturmaterialien statt Kunststoffe im Wohnbereich -  z.B. Teppiche aus Schafwolle
  • nur fluorfreie Imprägniermittel kaufen
  • auf Kennzeichnungen wie **„PFAS-frei“, „PFC-frei“, „fluorfrei“** achten

6. Allgemeine Einkaufs- und Nutzungstipps

Wer PFAS haltige Produkte meiden will, findet in langlebigeren und unverpackten Produkten einen guten Ausweg. Das schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern reduziert auch Müll und Ressourcenverbrauch.

So geht’s:

  • Mehrweg statt Einweg in allen Lebensbereichen
  • bei Unsicherheit im Handel über die App „Scan4Chem“ anfragen
  • weniger, aber bessere Produkte kaufen
  • Produkte lange nutzen, reparieren, teilen (Repair-Cafés, Leihsysteme).