Plastik – Hintergrundinformationen

Ein Material mit vielen Vorteilen und mit unerwünschten Auswirkungen auf die Gesundheit und Umwelt

Plastik ist wegen der Langlebigkeit, Wasserundurchlässigkeit und dem geringen Gewicht sehr beliebt. Deshalb ist es weit verbreitet. Viele Kunststoffe geben Inhaltstoffe an die Umgebung ab, die für uns und der Umwelt schädlich sein können. Gefährliche Stoffe im Kunststoff sind zum Beispiel Weichmacher, Flammschutzmittel, Farbstoffe und UV-Stabilisatoren. Diese Substanzen werden für die Herstellung und Weiterverarbeitung von Kunststoffen verwendet.

Mikroplastik

Mikroplastik ist 0,1 Mikrometer (µm) bis 5 Millimeter groß. Es wird nach seiner Herkunft unterschieden:

  1. Primäres Mikroplastik wird absichtlich klein produziert und weiterverarbeitet oder für Kosmetikprodukte, wie Peelings oder Zahnpasta, verwendet.
  2. Sekundäres Mikroplastik entsteht durch Zersetzen von größeren Kunststoffteilen, zum Beispiel durch Verwittern von weggeworfenen Kunststoffverpackungen, Zersetzung durch aggressive Reinigungsmitteln, durch Reifenabrieb oder beim Waschen von Textilien.

Plastik in Gewässern

Die Bilder von ganzen Plastikinseln im Meer haben 2018 in den Sozialen Medien die Runde gemacht. Das Thema berührt seither nicht nur UmweltschützerInnen sondern weltweit viele Menschen. Plastikprodukte treiben wesentlich länger im Meer als andere Produkte, bevor sie zerfallen:

  1. Shampooflasche oder PET-Getränkeflasche: etwa 400-450 Jahre
  2. Sperrholz: bis 3 Jahre
  3. T-Shirt aus Baumwolle: bis 5 Monate
  4. Kerngehäuse eines Apfels: bis 2 Monate
  5. Tageszeitung aus Papier: ca. 6 Wochen

Im Meer treibende oder an den Strand gespülte Kunststoffe bleiben dort jahrhundertelang. Tiere wie Meeresvögel und Schildkröten, verheddern sich in den Kunststoffen oder fressen das unverdauliche Plastik und verenden qualvoll. Fische und Muscheln nehmen Mikroplastik auf, welches somit auch auf unserem Teller landet.

Auch vor der Haustür findet sich das problematische Thema Plastik schnell wieder, denn Flüsse gelten als Haupteintragspfad für Kunststoffe in die Meere. Pro Jahr werden durchschnittlich 40 Tonnen Kunststoff über die Donau abtransportiert: Das sind etwa 25 bis 145 kg pro Tag. Eingetragen werden Kunststoffe in Flüsse in Form von Folien, Fragmenten, Textilfasern, Pellets oder Schaum.

322 Millionen Tonnen Plastik entstehen pro Jahr

In Österreich sind jährlich ca. 1,4 Millionen Tonnen Kunststoff im Umlauf. Weltweit ist die Produktion von Kunststoff zwischen 1950 und 2015 von 1,7 auf 322 Millionen Tonnen angestiegen.

Plastikstrategien in der Politik

Die EU-Plastikstrategie versucht die 25 Millionen Tonnen an jährlich entstehendem Kunststoffabfall zu reduzieren, indem beispielsweise Recycling forciert, der Verbrauch an Einwegkunststoffen auf dem EU-Markt reduziert und die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetik, Farben oder Reinigungsmitteln beschränkt werden soll. Plastiktrinkhalme machen zwar nicht die große Menge an Plastikmüll aus, aber sie sind ein Symbol für ein Wegwerfprodukt, auf das Urlauber am Stand sehr gut verzichten können. Einwegtrinkhalme werden ab 2030 verboten. In Österreich gilt ein Verbot für Mikroplastik in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln ab 2020. Auch Einweg-Plastiksackerl werden verboten.

Plastikmüll reduzieren: Beginnen wir jetzt damit!

Tipps und Tricks zur Vermeidung von Plastik

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Weitere Informationen

Europäische Plastikstrategie der EU-Kommission

Plastiksackerl-Verbot und Mikroplastikverbot für Kosmetik und Reinigungsmittel in Österreich: https://www.bmnt.gv.at/umwelt/abfall-ressourcen/Plastiksackerl-Verbot.html

Umweltbundesamt: Report "Mikroplastik in der Umwelt. Vorkommen, Nachweis und Handlungsbedarf" und Studie  "Kunststoffabfälle in Österreich"

Greenpeace: Ergebnisbericht "Mikroplastik und Chemikalien in der Antarktis"

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