Ressourcenverschwendung Kaffeekapseln

Rund 8 kg Kaffee werden in Österreich pro Kopf und Jahr verbraucht. Je nach Anbau und Zubereitungsart und Verpackung kann er große oder kleinere ökologische Spuren hinterlassen.

Kaffeetasse gefüllt mit Alukapseln

Kaffeetasse gefüllt mit Alukapseln

Charismatische Hollywoodstars und bunte Kapseln mit vielen Geschmacksrichtungen lassen die Kapsel-Kaffeeautomaten boomen. Aber die Alu- oder Plastik-Kapseln machen unnötig Mist und Aluminiumkapseln sind das ökologische Schlusslicht. Dabei gibt es ausgezeichnete Alternativen.

Abfallarm, bio und fair soll der Kaffee sein

Bei der Abfallvermeidung haben Kaffeevollautomaten, Kaffeepressen (Siebträgergeräte), Espressokannen und Filterkaffeemaschinen die Nase vorne. Nicht nur das Abfallaufkommen, sondern auch der Kaffeeanbau, spielen für die Umwelt eine große Rolle. Kaffee aus biologischem Anbau ist der klare Favorit. FAIRTRADE Kaffee sichert zudem faire Arbeitsbedingungen und gerechte Preise für die Kaffeebauern.

Einzelportionen verursachen mehr Mist

Portionierten Kaffee gibt es nicht nur in Kapseln, sondern auch in Pads.

  • Einige Kaffeepads bestehen aus Zellulose und sind biologisch abbaubar. Sie können mit dem Bioabfall kompostiert werden.
  • Pads mit einer Kunststoffhülle sind nicht ratsam, weil sie nicht kompostiert werden können. Sie werden über den Restmüll entsorgt.
  • Kaffeekapseln aus Kunststoff können auch nicht kompostiert werden. Sie müssen im Restmüll entsorgt werden.
  • Kaffeekapseln aus Aluminium müssen sie bei den Anbietern zurückgeben oder im Metallcontainer entsorgen. 

Einzelportionen sind teuer

Egal ob Kapseln oder Pads - die Portionsverpackungen sind im Vergleich zu Bohnenkaffee um einiges teurer. Ein Kilogramm konventioneller Kaffee, der in Kapseln abgepackt ist, kostet zwischen 35,- und 100,- Euro, für Pads zahlt man ab 13,- Euro je kg. Zum Vergleich: normal verpackter Bohnenkaffee in Bioqualität und aus fairem Handel ist bereits ab 11,- Euro pro Kilo erhältlich.

Die günstige Lösung für viele Häferl Kaffee: 

Zwar kostet ein Vollautomat bei der Neuanschaffung mehr als eine Kapsel- oder Padmaschine, aber diese Mehrkosten werden durch die niedrigeren Kaffeekosten wettgemacht. Kaffepads gibt es nicht nur für eigene Kaffeepadmaschinen sondern auch für den Einsatz in normalen Siebträgermaschinen. Je mehr Kaffee getrunken wird, desto eher zahlt sich die die Anschaffung einer guten Kaffeemaschine aus.

Die günstige Lösung für einzelne Häferl Kaffee und für Sparfüchse:

  • Statt Einwegkapseln können wiederverwendbare Kapseln aus Edelstahl in Kapselmaschinen verwendet werden. Sie sind je nach Hersteller auch mit Markengeräten kompatibel. Sie machen etwas Arbeit beim Füllen und Reinigen, aber es lohnt sich. Durch das wieder Befüllen der Kapseln sind sie für die Umwelt besser und entlasten das Geldbörsl.
  • Gute Kaffeevollautomaten gibt es auch Secondhand! Es muss nicht immer das neueste Design-Gerät sein. Je weniger technischer Schnick-Schnack das Gerät hat desto weniger anfällig ist es. Gut gewartete Secondhand-Vollautomaten gibt es zum Beispiel im Reparaturnetzwerk Wien bei folgenden Betrieben: Reparatur- und Service Zentrum, MDP-Mechanik, HausGeräteProfi

Aluminiumkapseln - das ökologische Schlusslicht

Die Aluminiumherstellung ist ein heikler, energieaufwändiger Prozess. Es gibt mehrere gute Gründe, warum Aluminium nicht für Einwegprodukte wie Kaffeekapseln verwendet werden sollten:

  • Die Herstellung von Aluminium aus Bauxit verbraucht enorme Energiemengen.
  • Um Bauxit abzubauen werden Regenwälder gerodet. Dadurch wird die Lebensgrundlage der BewohnerInnen zerstört.
  • Als Nebenprodukt der Aluminimumproduktion entsteht der gefährliche Rotschlamm. Er ist 2010 durch ein Unglück in Ungarn bekannt geworden. Damals ist der Damm eines Rotschlamm-Auffangbeckens gebrochen.

Alu-Einwegkapseln sollten auf keinen Fall im Restmüll landen, sondern entweder bei den Rücknahmestellen zurück gegeben oder in die Altmetall-Tonne geworfen werden. Dann wird das wertvolle Aluminium recycelt. Wer schon eine Kaffeekapsel-Maschine zuhause hat, kann wiederbefüllbare Kapseln verwenden.

Weitere Tipps zur Abfallvermeidung beim Kaffeegenuss

  1. Ein wiederbefüllbarer Thermobecher mit selbst gebrautem „Coffee to go“ erspart viele Einwegbecher und viel Geld.
  2. Mehrweghäferl beim Kaffeeautomaten am Arbeitsplatz vermeiden ebenfalls viele Einwegbecher.
  3. Testen Sie auch die Kaffee to go-Angebote mit Mehrwegbechern. Einige Kaffeeketten verkaufen Mehrwegbecher, den Sie beim nächsten Mal wieder zum Anfüllen mitbringen können. Andere machen in Wien bei MyCoffeeCup mit - einem Mehrwegbecher-System. Den leeren Becher können Sie dann entweder bei Partnerbetrieben oder bei einem der Rückgabeautomaten in Ihrer Nähe abgeben.

Vertiefende Infos auf der Website von DIE UMWELTBERATUNG

Links zu Reparateuren und Einkaufstipps

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